Freitag, 14. September 2007

And on and on and on

Written: November 2004
Title: And on and on and on

To be honest I don't have a clue if this was intended to be the beginning of a story or if it is the unfinished description of a situation in my life. The atmosphere seems familiar in a weird way.

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Ich liege in meinem Bett und blicke durch den leicht geöffneten Vorhang aus dem Fenster. Die letzten Strahlen der Sonne verschwinden hinter der grauen Häuserzeile. Als ich das letzte Mal aus dem Fenster sah, dachte ich daran, was für ein schöner Tag heute sei. Es ist nicht allzu lange her.

Wo ist der Tag geblieben…

Das Leben geht weiter. Aber mein Leben scheint stillzustehen. Ich stehe inmitten einer Masse an laufenden Menschen. Aber sie kommen nicht weiter. Sie laufen auf der Stelle.

Gestern, in einer anderen Welt, ging ich hinaus um diese Welt zu betrachten. Ich wollte sehen, was die Menschen in ihr hält. Ich wollte sehen, was die jungen Menschen empfinden dort draußen - was sie dort verweilen lässt. Also ging ich an einen Ort, in dem sie zusammenkamen, um das Leben anzuhalten. Sie drängten sich dort aneinander, mit Abscheu im Gesicht und Hoffnung in den Augen. Auch ich bin voller Hoffnung. Aber Orte wie dieser versprachen einem eher, Teil eines unentrinnbaren Mechanismus zu werden.

Das Leben geht weiter. Aber wenn man nicht Acht gibt, spielt es sich in endlosen Schleifen ab. Und immer in denselben Abläufen. Ich bin jung, ich habe noch nicht viel gesehen von der Welt. Und man versprach mir vor vielen Jahren, sie würde sich eines Tages ändern. Aber das hat sie nicht getan. Man kann die Mechanik der menschlichen Tragödie wirken sehen – überall.

Ich saß mit anderen am Tisch und lauschte den Gesprächen. Fast niemand kannte sich. Die Lebensgeschichten wurden bereits in kurzen Sätzen ausgetauscht und gelangweilt zur Kenntnis genommen. Nur eine Frau saß noch mit uns dort. Die anderen Männer warfen ihr heimlich verstohlene Blicke zu. Nur Millisekunden, aber bei genauerer Beobachtung erkennbar

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Freitag, 7. September 2007

The 1000 deaths of the soldier G. - Warfare Agent

Written: approximately August 2003
Title: Hautkampfstoff ("Warfare Agent")

During my military service time I occasionally wrote little stories about the soldier "G." (all under the main title "Die 1000 Tode des Soldaten G.") in which he always died at the end in a way that resembled the topics that were tackled in our boot camp at this particular point of time. It's a morbid, soberly written reminder of the randomness with which death can hit an individual and how little importance such an individual has in the huge machinery of war.
The following "episode" describes a situation in which G.s unit is being attacked with warfare agents.

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Das Geräusch war durchdringend und eindeutig. Wie um es zu unterstreichen, schoss jemand genau in diesem Moment mit einer Signalpistole. Rot, Weiß, Rot. ABC-Alarm. Er riss die kleine Gummi-Tasche an der linken Seite seiner Koppel auf und zog die Schutzmaske hervor, die darin lag. Er nahm hinten die beiden Gurte der Maske in die Hand, legte das Kinn in den Kinnschutz und zog sie sich schnell über den Kopf, ohne den Schmerz zu beachten, den das Ziehen über die Haare verursachte. 6 Sekunden. Er zog den Poncho aus der Tasche und entfaltete ihn mit einer schnellen Bewegung. Die Schutzmaske behinderte ihn, als er sich den Poncho über den Körper zog. Er konnte kaum etwas sehen. Die Bänder im Poncho knotete er sich um den Körper. 20 Sekunden. Dann zog er die Schnüre fest, um die Kapuze fest um die Schutzmaske zu ziehen. Er tastete in seiner Tasche nach den Handschuhen. Er zog sie heraus und schlüpfte schnell hinein. Schließlich steckte er die Hände aus den kleinen Öffnungen an der Seite des Ponchos und nahm sein Gewehr, dass er fallen gelassen hatte. Er musste weitermarschieren. Hier konnte er nicht bleiben. Es war nicht zu erkennen, wie weit das verseuchte Gebiet reichte. Er hatte ein grimmiges Gesicht unter der Maske. Wenn er lächeln würde, würde Luft an den Seiten der Maske hineinströmen und er würde sterben.

Er marschierte zwei Stunden, schwer unter der Schutzmaske atmend. Weit und breit war niemand zu sehen. Als er glaubte, dass er weit genug gegangen sei, warf er unter einem Baum sein Gewehr hin, trat zwei Schritt zurück, beugte sich hinunter und stellte sich mit den Schuhen auf die Fingerspitzen seiner Handschuhe. Behutsam zog er seine Hände aus den Handschuhen, zog sie in den Poncho zurück und trat wieder zwei Schritte nach hinten. Schnell öffnete er den Knoten im Poncho. Er streifte den Überwurf über den Kopf ab. Wieder behinderte ihn die Gasmaske. Als letztes zog er sich die Maske vom Kopf. Er musterte sich und versuchte zu erkennen, ob er irgendwo verseucht worden war.

Er bemerkte nicht, dass der Wind gedreht hatte. Der Poncho flatterte leicht und löste sich schließlich vom Boden. Der Ärmel streifte ihn am Bein. Ein Brennen. Er zog sein Messer aus der Tasche und schnitt die Stelle heraus, an der ihn der Poncho gestreift hatte. Aber es war zu spät. Nach wenigen Minuten hatte sich an seinem Bein eine 5 cm breite eitrige Blase gebildet. Kurz Zeit später bedeckten weitere Blasen sein ganzes Bein. Das Gift fraß sich unter den Blasen in seinen Körper. Nach einigen Stunde war er nur noch ein eitriger Fleischsack.