Written: End of 2002
Finished: 3rd of November 2002
Titel of overall story: Der hohe Rat (The high council)
The stories about the high council take place in a fantasy-world in which the lords and knights of several principalities fight (more or less) united in the "high council" against superior beings only referred to as "gods" (although there are several other equally or more powerful beings in this world, but their identities are not really fully grasped by the protagonists). The main protagonist is the "shadow prophet" who is the (somewhat mysterious) leader of one of the principalities and becomes later member of the "Triumvirat", the ruling body of the high council.
In fact all stories revolving around the "high council" are almost one-to-one translations of the experiences I made during my time in school student councils on several levels of Germany. Besides channeling and releasing my creativity a bit by writing these stories I could also comment on the events a bit more subtle and with a lot of metaphores as the direct expression of certain opinions could have meant my immediate political death.
The following story is an epic tale about the history of the High Council and how it was founded.
Sidenote: The "shadow prophet" appears in some other stories I wrote which are also representing some experiences I made, but either on a virtual and playful level or on a very abstract one.
---------------------------------Was damals geschah wissen wir nur noch aus Legenden.
Die Legenden erzählen, dass die Götter zu jener Zeit unvorstellbar viel stärker und grausamer als heute waren. Sie herrschten mit Willkür und handelten nach ihren eigenen undurchschaubaren Intrigen.
Die Völker der bajuwarischen Länder hatten sich unter ihren Fürsten versammelt, um über die Zukunft ihrer Leben und der Leben der Generationen nach ihnen zu entscheiden. Sie wollten die geknechteten Völker endlich vereinen, um gemeinsam gegen die Götter kämpfen zu können. Ihr Kampf war beinahe aussichtslos - nirgendwo in der bekannten Welt gab es derartig mächtige Götter wie in dem Land der Bajuwaren. Die Fürsten der Bajuwaren, deren Namen schon lange vergessen sind, waren acht an der Zahl und acht Herzöge an ihrer Seite – die Elfen aus dem unteren Franken, das Waldvolk aus dem niederen Bajurn, die Landherren der oberen Pfälzer, die Edelmänner aus dem mittleren Franken, die Krieger aus dem oberen Franken, die Krieger vom Orden des Lichts aus dem Schwabenlande und die Kriegsherren aus dem östlichen und westlichen oberen Bayern kamen also zusammen an jenem Ort den man Mun Chen nennt – die Hauptstadt der Götter. Sie hatten keine Macht, nur das, was lange untergegangene Zivilisationen den Göttern viele Jahrtausende vorher in den großen Kriegen der Weltenrevolution abgerungen hatten – den Titel des Fürsten und die Fähigkeit, ihre Fürstentümer zu verwalten. Sie alle wussten, dass es nur eine Lösung für ihren Kampf geben konnte. Sie mussten ein Band zwischen den Fürstentümern schmieden, das keine Macht der Welt – selbst die der Götter nicht – zerstören konnte. Sie mussten alle einen Schwur leisten, um ihre Herrscherlinien für Äonen aneinander zu binden, egal welche schweren Zeiten und Konflikte kommen mochten.
Und so gründeten sie den hohen Rat.
Der hohe Rat sollte der eine Bund sein, der ihnen Kraft in ihrem Kampf gab. Geeint sollten sie im hohen Rat kämpfen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Sie wählten sich einen König und begannen gemeinsam den Kampf gegen die Götter aufzunehmen. Und so kam, was kommen musste. Den Göttern waren die Bestrebungen der Fürsten nicht verborgen geblieben. Und so entsandten sie ihre göttlichen Armeen, niedere Götter von schrecklicher Macht, um den hohen Rat zu zerstören, ehe er an Macht gewinnen konnte. Die Fürsten, die schon einer neuen Generation entstammten, wappneten sich zu der größten Schlacht, die das Land der Bajuwaren bis dahin gesehen hatte. Die Götter fielen mit zerstörerischer Kraft in die Reihen der Armeen des hohen Rates. Doch sie hatten nicht mit der geeinten Kraft und der Schläue der Fürsten gerechnet. Als die Götter ihre schlimmste Waffe einsetzen wollten, gelang es den Führern des hohen Rates, diese Waffe gegen die Götter selbst zu richten und ihnen schwere Wunden zuzufügen. Die Götter zogen sich zurück. Aber ihr Hass war unermesslich. Und sie sannen nach Rache.
Die Jahrhunderte gingen ins Land. Kämpfe wurden ausgefochten, Kriege geführt – auch unter den Fürsten. Mächtige Burgen erstarkten und mächtige Bündnisse entstanden, Helden kämpften und Legenden entstanden – und vergingen wieder. Viele Fürsten versuchten ihre Erfahrung und ihre Schriften an ihre Nachfolger zu überliefern, aber nach und nach verlor sich ihr uraltes Wissen.
Doch diese Geschichte beginnt vor gar nicht allzu langer Zeit. Zu der Zeit des großen Umbruchs und der Erstarkung des hohen Rates. In jener Zeit, in der der hohe Rat die Möglichkeit auf Gott-Werdung den Göttern abschlug und sich ihnen in der apokalyptischen Schlacht am Richterberg im Sitz der Götter begegnete. Aber auch zu jener Zeit, als die Fürsten den alten Schwur erneuerten und ihn schließlich beinahe zerbrachen. Dies ist die Geschichte jener jungen Fürsten und Herzöge. Aber besonders die Geschichte von einem. Dem Schreiber dieser Zeilen.
Die Geschichte von mir, dem Schattenprophet.
Der einst Kind war und durch die Schatten ging. Und schließlich zum Licht fand...
Dies ist die Geschichte des Zeitalters der Götterdämmerung.
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