Dienstag, 24. Juli 2007

4

Written: 1st of June 2003
Title: Das Spiel - 4 (The Game)


The idea of "Das Spiel" was that I imagined the folder "Das Spiel" on my computer was a universe in which I was god and could create whatever I wanted however I wanted it to be created. Of course this is the underlying idea of all creativity, but somehow this special framework fascinated me. I thought about writing longer stories in this special setting of a reality with an conscient god, but abandoned the idea after some weeks.

The following fragment seems to be a modified narration of a dream I had that week.

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„Da bist du ja, ich hab dich überall gesucht!“. C. betrachtete den Swimming-Pool, der sich auf dem Hochplateau mitten in der Wildnis befand. Nach zwei Stunden antwortete er. „Wie hast du mich gefunden? Ich war doch nicht hier!“. Langsam bewegte er sich auf den Swimming-Pool zu. Dort badeten diverse Menschen. „Wo willst du hin, C.?“. „Baden“. Dann sprang er hinein. Und sank hinab in die Tiefe. Tiefer, immer tiefer. Bis kein Licht mehr in die Dunkelheit des Wassers gelangte. Er wollte Luft holen. Aber er konnte nicht. Er war im Wasser. Er schrie, aber niemand hörte ihn. Er landete sanft auf der kleinen Waldlichtung. Kein Laut war zu hören. Kein Lebewesen zu sehen. Es herrschte absolute Stille. Er trat aus dem Unterholz und sich entgegen. Die beiden standen sich gegenüber und sagten nichts. Dann gingen sie hinaus. Aber ich konnte nicht mit ihm hinaus gehen. Er war nicht ich. Er war niemand. Er hatte kein Gesicht. Als ich das bemerkte lief ich davon. Angst umfasste mein Herz. Er war hinter mir, hetzte mich durch den finsteren Wald. Niemand sonst war dort. Nur er und ich. Ich schaute mich im Rennen um und sah den Mentor. Er lief mir nach und sah aus, als wollte er mir etwas sehr wichtiges sagen. Ich blieb stehen. Sie war bei ihm.

„He, das ist nicht. Also ist es einerlei“. Er riss ihr die Kleider vom Leib. Sie stöhnte lustvoll. Sie tat was er wollte. Aber es war nichts.

Er lag in seinem Bett. In seinem lichtdurchfluteten Zimmer. Er erhob sich und fiel vornüber in die Tiefe.

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Dienstag, 10. Juli 2007

The Whale-Hunting Problem

Written: 4th of November 2005
Title: Das Walfischfang-Problem (The Whale-Hunting Problem)


Inspired by some discussions I had about a question I (unconnected to any content) asked the plenary of my first AIESEC-conference as a Newie, I wrote this poem in a break between two sessions (I guess I wanted to perform it on stage as a humouristic ice-breaker). The question I asked the plenary was: "If you had to choose, would you rather kill the last remaining whale-couple or 1000 people?"

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Das Walfischfang-Problem

Zwei Wale schwimmen ungestört
Durch finsterstes Gewässer
Als hätten sie noch nie gehört
Von Walfischfang-Gemesser

Denn das macht alle Wale blass
Und schließlich auch recht tot
Zudem in solchem großen Maß
Dass sie nun leiden Not

Nun gleiten also ahnungslos
Die beiden süßen Wälchen
als letzte bringen sie viel Moos
Und Essen in die Schälchen

Doch wie der Mensch auch sonst gut weiß
Wie er kann andere plagen
Da wird ihm doch gleich kalt und heiß
Will man ihn danach fragen:

Die beiden Wale sind schon nett,
possierlich anzuschaun
sie sind vielleicht ein wenig fett
kein Grund sie fort zu haun


Drum gehn wir lieber anders ran
Und töten tausend Leute
Die Menschheit ist eh drauf und dran
Zu wachsen in der Meute

„Es ist ein Wahlkampf-Wal-Problem“
So sagen die Parteien
„und überdies und außerdem
Könnt mans uns nicht verzeihen“

„1000 Menschen sind nicht viel
Wir haben doch noch mehr
Drum könnte sein das beste Ziel
Den Wal zu ham im Meer“

Doch schliesslich stehen andre auf
Und machen viel Gezeter
Denn wäre es des Schicksals Lauf
Wär jeder schwarzer Peter

„Wenn soll man töten, irgendwen?
Das wäre doch sehr dumm
Denn keiner würde doch gern sehn
Hauts seine Liebsten um“

Drum wird gezurrt und wird gezerrt
Den Wal an Land, den Mensch ins Meer
Am Ende ist es recht verkehrt
Alle tot und Erde leer

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Dienstag, 3. Juli 2007

The High Council - Prolog

Written: End of 2002
Finished: 3rd of November 2002
Titel of overall story: Der hohe Rat (The high council)

The stories about the high council take place in a fantasy-world in which the lords and knights of several principalities fight (more or less) united in the "high council" against superior beings only referred to as "gods" (although there are several other equally or more powerful beings in this world, but their identities are not really fully grasped by the protagonists). The main protagonist is the "shadow prophet" who is the (somewhat mysterious) leader of one of the principalities and becomes later member of the "Triumvirat", the ruling body of the high council.
In fact all stories revolving around the "high council" are almost one-to-one translations of the experiences I made during my time in school student councils on several levels of Germany. Besides channeling and releasing my creativity a bit by writing these stories I could also comment on the events a bit more subtle and with a lot of metaphores as the direct expression of certain opinions could have meant my immediate political death.

The following story is an epic tale about the history of the High Council and how it was founded.

Sidenote: The "shadow prophet" appears in some other stories I wrote which are also representing some experiences I made, but either on a virtual and playful level or on a very abstract one.

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Was damals geschah wissen wir nur noch aus Legenden.

Die Legenden erzählen, dass die Götter zu jener Zeit unvorstellbar viel stärker und grausamer als heute waren. Sie herrschten mit Willkür und handelten nach ihren eigenen undurchschaubaren Intrigen.

Die Völker der bajuwarischen Länder hatten sich unter ihren Fürsten versammelt, um über die Zukunft ihrer Leben und der Leben der Generationen nach ihnen zu entscheiden. Sie wollten die geknechteten Völker endlich vereinen, um gemeinsam gegen die Götter kämpfen zu können. Ihr Kampf war beinahe aussichtslos - nirgendwo in der bekannten Welt gab es derartig mächtige Götter wie in dem Land der Bajuwaren. Die Fürsten der Bajuwaren, deren Namen schon lange vergessen sind, waren acht an der Zahl und acht Herzöge an ihrer Seite – die Elfen aus dem unteren Franken, das Waldvolk aus dem niederen Bajurn, die Landherren der oberen Pfälzer, die Edelmänner aus dem mittleren Franken, die Krieger aus dem oberen Franken, die Krieger vom Orden des Lichts aus dem Schwabenlande und die Kriegsherren aus dem östlichen und westlichen oberen Bayern kamen also zusammen an jenem Ort den man Mun Chen nennt – die Hauptstadt der Götter. Sie hatten keine Macht, nur das, was lange untergegangene Zivilisationen den Göttern viele Jahrtausende vorher in den großen Kriegen der Weltenrevolution abgerungen hatten – den Titel des Fürsten und die Fähigkeit, ihre Fürstentümer zu verwalten. Sie alle wussten, dass es nur eine Lösung für ihren Kampf geben konnte. Sie mussten ein Band zwischen den Fürstentümern schmieden, das keine Macht der Welt – selbst die der Götter nicht – zerstören konnte. Sie mussten alle einen Schwur leisten, um ihre Herrscherlinien für Äonen aneinander zu binden, egal welche schweren Zeiten und Konflikte kommen mochten.

Und so gründeten sie den hohen Rat.

Der hohe Rat sollte der eine Bund sein, der ihnen Kraft in ihrem Kampf gab. Geeint sollten sie im hohen Rat kämpfen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Sie wählten sich einen König und begannen gemeinsam den Kampf gegen die Götter aufzunehmen. Und so kam, was kommen musste. Den Göttern waren die Bestrebungen der Fürsten nicht verborgen geblieben. Und so entsandten sie ihre göttlichen Armeen, niedere Götter von schrecklicher Macht, um den hohen Rat zu zerstören, ehe er an Macht gewinnen konnte. Die Fürsten, die schon einer neuen Generation entstammten, wappneten sich zu der größten Schlacht, die das Land der Bajuwaren bis dahin gesehen hatte. Die Götter fielen mit zerstörerischer Kraft in die Reihen der Armeen des hohen Rates. Doch sie hatten nicht mit der geeinten Kraft und der Schläue der Fürsten gerechnet. Als die Götter ihre schlimmste Waffe einsetzen wollten, gelang es den Führern des hohen Rates, diese Waffe gegen die Götter selbst zu richten und ihnen schwere Wunden zuzufügen. Die Götter zogen sich zurück. Aber ihr Hass war unermesslich. Und sie sannen nach Rache.

Die Jahrhunderte gingen ins Land. Kämpfe wurden ausgefochten, Kriege geführt – auch unter den Fürsten. Mächtige Burgen erstarkten und mächtige Bündnisse entstanden, Helden kämpften und Legenden entstanden – und vergingen wieder. Viele Fürsten versuchten ihre Erfahrung und ihre Schriften an ihre Nachfolger zu überliefern, aber nach und nach verlor sich ihr uraltes Wissen.

Doch diese Geschichte beginnt vor gar nicht allzu langer Zeit. Zu der Zeit des großen Umbruchs und der Erstarkung des hohen Rates. In jener Zeit, in der der hohe Rat die Möglichkeit auf Gott-Werdung den Göttern abschlug und sich ihnen in der apokalyptischen Schlacht am Richterberg im Sitz der Götter begegnete. Aber auch zu jener Zeit, als die Fürsten den alten Schwur erneuerten und ihn schließlich beinahe zerbrachen. Dies ist die Geschichte jener jungen Fürsten und Herzöge. Aber besonders die Geschichte von einem. Dem Schreiber dieser Zeilen.

Die Geschichte von mir, dem Schattenprophet.
Der einst Kind war und durch die Schatten ging. Und schließlich zum Licht fand...

Dies ist die Geschichte des Zeitalters der Götterdämmerung.

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